Krampfaderoperation
Schlussfolgerungen
- Die Häufigkeit von Komplikationen nach der Operation ist in der Befragtengruppe teilweise deutlich höher als in der wissenschaftlichen Literatur berichtet. So treten bei jeweils ca. 12% der Patienten Wundheilungsstörungen und Nachblutungen sowie bei nahezu 25% Schädigungen der oberflächlichen Nerven auf. Dagegen wird die Häufigkeit von Wundheilungsstörungen in einer Studie, die 461 Patienten einschloß, mit 0,6% und das Auftreten von Schädigungen oberflächlicher Nerven mit 8% angegeben (Rivlin, 1991). Die von Rivlin veröffentlichten Komplikationsraten scheinen allerdings sehr niedrig. So werden zumindest in bezug auf die Nervenschädigungen von anderen Autoren auch Komplikationsraten, die zwischen 23% und 50% liegen, berichtet (Gasser, 1995; Holme, 1990; Koyano, 1988).
- Besondere Aufmerksamkeit muß dem Auftreten ernster Komplikationen gewidmet werden. In der Gruppe der Befragten liegt die Komplikationsrate für eine tiefen Beinvenenthrombose bei 1,9% und für eine Lungenembolie bei 0,4%. Andere Studien geben dagegen für beide Komplikationen jeweils nur eine Häufigkeit von 0,4% an (Hohlbaum, 1984; Oesch, 1991). Ein Grund für die relativ hohen Komplikationsraten könnte darin liegen, dass die hier vorgestellten Ergebnisse auf Angaben von Patienten aus vielen unterschiedlichen Krankenhäusern beruhen, die nur zum Teil auf die Behandlung von Krampfadern spezialisiert sind. Die Forschungsergebnisse unter Studienbedingungen oder in spezialisierten Krankenhäusern weisen meist niedrige Komplikationsraten auf. Unter den Alltagsbedingungen der klinischen Praxis lassen sich die in spezialisierten Krankenhäusern erreichbaren niedrigen Komplikationsraten häufig nicht erzielen (Guadagnoli, 1994).
- Eine große Patientengruppe stellen die Befragten dar, die sich einer Operation der Krampfadern vor allem aus dem Grund der "Vorbeugung vor einer weiteren Verschlechterung der Krampfadern" unterzogen haben. Diese Befragten geben wesentlich geringere Gesamtbeeinträchtigungen und Beschwerden vor der Operation an als die Patienten, die einen anderen Operationsgrund angaben. Diese Patientengruppe ist demnach in der Regel allenfalls mäßig von krankheitsbezogenen Beschwerden betroffen. Der Nutzen einer Krampfaderoperation als "Vorsorge"- Maßnahme bei gleichzeitig geringen Beschwerden ist in der Literatur nicht belegt. Die Durchführung einer Operation bei mäßigen Beschwerden wird gegensätzlich diskutiert. Dabei wird gefordert, die Notwendigkeit einer Krampfaderoperation kritischer zu prüfen (Robbins, 1994).
Zuletzt geändert am: 03.03.2005