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Grundlagen der chinesischen Medizin

Therapie in der chinesischen Medizin

Das fundamentale Prinzip, das jede Erkrankung letztendlich auf einem Ungleichgewicht der Leitkriterien Yin und Yang beruht, beeinflusst die Therapie in der chinesischen Medizin. Alle Krankheitsmuster stellen verschiedene Variationen von Yin und Yang dar.

Die Yin oder Yang-Aspekte einer Eigenschaft oder einer Sache werden nicht nur absolut sondern auch immer relativ betrachtet. So ist Frühling Yin im Verhältnis zu Sommer aber Yang relativ zu Winter. Überfluss und Mangel an Yin oder Yang können ebenfalls relativ sein durch den Mangel oder Überfluss ihres Gegenpols. Zum Beispiel wird der Zustand von zu wenig Qi, Blut oder Säften als Yin eingeordnet - zuviel davon als Yang. Feuchtigkeit und Kälte sind in sich Yin, aber im Übermaß Yang. Um das Hauptgewicht der Yin-Yang-Disharmonie herauszufinden, werden in diese Betrachtungen auch die Funktions- oder Organkreise einbezogen.

Die Therapie dient immer einer Reharmonisierung, also einer Wiederherstellung des Gleichgewichtes. Aus diesem Grund werden Arzneien oder andere therapeutische Mittel genutzt, die in ihrer Natur das Gegenteil der Erkrankung tragen.

  • Bei Yang-Überschuss (Hitze) wird mit Yin (Kälte) behandelt. Ist der Yang-Überschuss durch Yin-Mangel entstanden, wird das Yin gestärkt, um Yang wieder unter Kontrolle zu bringen.
  • Bei Yin-Überschuss (Kälte) wird mit Yang (Hitze) behandelt. Ist Yang-Mangel das Problem, wird Yang gestärkt.
  • Bei Yin und Yang Mangel werden beide gestärkt.


Das bedeutet, dass bei einem "Hitzemuster" "kühlende" Kräuter und "kühlende" Nahrungsmittel gegeben werden sollten. Auch "kühlende Akupunkturtechniken" sind eine Möglichkeit. Bei Kälte wird gewärmt, bei einem Mangel wird der Körper genährt, bei Überschuss wird abgeleitet. Ziel ist, den ganzen Organismus zu harmonisieren, die einzelnen Symptome (Husten, trockene Augen, Schlaflosigkeit o. ä.) werden nicht direkt einzeln behandelt.

Diese Art des Herangehens erinnert an die Grundsätze der klassischen griechischen Medizin, die körperliche Gesundheit als abhängig von der richtigen Mischung der physikalischen Gegensätze heiß und kalt, feucht und trocken betrachtet hat. Die angemessenen Beziehungen dieser feindlichen Elemente zu erhalten war einer der wichtigen Eckpfeiler der griechischen Medizin.

Die chinesische Medizin hat vielfältige Möglichkeiten, diese Ziele zu erreichen. Sie umfassen Ernährung, Arzneimitteltherapie/Pflanzenheilkunde, Bewegung, Massage und Akupunktur.
Zuletzt geändert am: 26.05.2006
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